CCS Törn Portsmouth 01/2017/40

die ganze Crew der Regionalgruppe Vierwaldstaettersee CCSAm Freitag, 29.09.2017, traf sich die wild durchmischte Crew, bestehend aus vier Männern und einer Frau, in Portsmouth, wo sie am nächsten Tag auf der Sailing Swiss III einschiffte. Der Samstag wurde für die Übernahme und das Bunkern von Vorräten genutzt. Die Quotenfrau, der Kassier und der Fahrer gingen die Einkäufe erledigen, während Skipper und Skipper II das Schiff übernahmen. Allesamt zurück auf dem Schiff war die Zeit für einen kurzen Ausflug auf hohe See zu knapp, daher wurde der Schwerpunkt auf die Sicherheitseinweisung und Erklärung des Schiffes gesetzt.

 

Die Route

Am Sonntag galt es dann ernst. Der «Solent» wartete! Per Funk erteilte der QHM die Freigabe das Fahrwasser nördlich des Ballast Beacon überqueren zu dürfen. Anschliessend ging es Richtung Westen, wo zu Mittag in der Bucht vor der Landzunge von East Cowes geankert wurde. Dabei konnte die Truppe beim Ankermanöver ihre nautischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Die Handhabung der Ankerkralle schien noch nicht ganz intuitiv zu funktionieren. Doch zum Glück gibt es den Skipper I – Freund und Helfer in Not. Nach dem kleinen Zwischenstopp ging es dann den River Hamble aufwärts. Von da aus folgte eine wunderschöne, sehr abwechslungsreiche und erkenntnisreiche Woche im Solent, wo die Häfen von Hamble, Cowes, Lymington, Portsmouth Gosport und Yarmouth angesteuert wurden.


Nachdem aus der wild durchmischten Crew ein gut funktionierendes Team wurde, ging es in der zweiten Woche in die weite Welt hinaus – genauer genommen in den Ärmelkanal. Als erstes wurde das industrielle Städtchen «Poole» angesteuert. Danach ging es in das ruhige Fischerstädtchen «Weymouth», welches der Ausgangspunkt für den längsten Schlag zurück in den Solent war mit dem bereits bekannten Ziel «River Hamble». Mit diesem Ziel rückte auch schon das Ende des Törns näher. Mit einem Zwischenhalt in der Haslar Marina (Portsmouth Gosport), wo die Besatzung das Schiff für die Abgabe wieder auf Vordermann brachte, wurde der Ausgangshafen Portsmouth Gunwharf angepeilt und – leider – auch mit Erfolg gefunden.

 

Die Herausforderungen

Während den 14 Tagen wurden der Schiffsmannschaft verschiedenste nautische Herausforderungen gestellt – so auch das passende Lied zur Stimmung zu finden. Von «Row the Boat» bis hin zu tief englischen Seemannsliedern war hier alles mit dabei.


Nebst dem Singen wurden jedoch auch grössere Aufgaben gemeistert. Die Meisteraufgabe Mann-über-Bord brauchte einige Versuche bis sie einwandfrei sass. Daneben waren Übungen wie das Ferry Gliding, das Höhenlinienfahren, die Anbringung und Führung der Bullentalje sowie Ankermanöver Kleinigkeiten. Nebst dem MOB waren auch die immer wiederkehrenden Hafenmanöver willkommene Challenges. Die Trosse jeweils beim ersten Versuch über die Klampen zu legen, blieb jedoch für die gesamte Crew eine der grösseren Herausforderungen.


Hochseeschein-Kurs auf dem Schiff mit CCSUm für die praktischen Übungen jeweils gewappnet zu sein, gab es vom Skipper II (Benny) zwischendurch einige Theorieblöcke. Deren Umsetzung in der Praxis geschah dann unter Anleitung von Skipper (Rolf). Ein Schwerpunkt wurde dabei auf das Navigieren unter Einbezug von Strömungen, Gezeiten und Windvoraussagen gelegt. Nebst dem Auffinden der gelben Tonnen und anderen Seezeichen und den damit verbundenen Peilungen oder den Kopplungspunkten, konnte die Crew bei den beiden Nachtschlägen ihre erworbenen navigatorischen Fähigkeiten unter Beweis stellen. Hierbei erlangten die Kollisionsverhinderungsregeln eine noch bedeutendere Wichtigkeit als bei Tag.


Um etwas frischen Wind in den Segelalltag zu bringen und auch an den windstilleren Tagen stets eine Aufgabe zu haben, war das Angeln eine willkommene Abwechslung. Der Erfolg ist bis dato ausgeblieben.

 

Die Highlights

Was unbedingt hervorgehoben werden sollte, ist definitiv die Nacht auf dem River Newtown im abgelegenen, sehr stillen Naturschutzgebiet. Nebst wenigen Bojen und noch weniger Schiffen verbrachte die Mannschaft eine unvergessliche Nacht bei traumhaftem Sonnenuntergang auf der HR39.

 

Beaulieu River mit dem RGV-Segelschiff


Bevor die erste Woche mit dem ersten Nachtschlag Richtung Portsmouth abgeschlossen wurde, vertrat sich die Crew nochmals die Füsse in Bucklers Hard beim schönen Beaulieu River und besichtigte die Stätten der ehemaligen Schiffswerft. Der freie Tag in Portsmouth stand weiterhin ganz im Zeichen der historischen und kulturellen Weiterbildung. Bei den Museen im Hafengebiet von Portsmouth – samt Original-Schiffen aus über 250 Jahren Kriegsgeschichte – drehte sich aber natürlich weiterhin alles um die Schiffsfahrt.


Kulinarisch verwöhnte sich die Truppe in der Regel gleich selbst. Nebst ausgiebigen Ankertrunk-Aperos, Mehrgängern zu Abend zubereitet von der Crew, gab es stets frischgebackenes Brot und Zopf vom Skipper persönlich. Der eine oder andere Landgang wurde dann aber doch eingelegt, um die vielfältige lokale Küche und Braukultur kennen zu lernen.


Wo man bei englischem Wetter meist an triste Regentage denkt, zeigte sich der Solent während den 14 Tagen von seiner besten Seite und die Crew durfte einige wunderschöne Sonnentage geniessen.

 

Mit bestem Dank an Skipper (Rolf Fergg) und Skipper II (Bernhard Pfeiffer) für zwei erlebnis- und lehrreiche Wochen vom 30.09. bis 14.10.2017,


die Crew
Camille Grieder, Nadine Bächli, Christopher Fergg